admin On September - 27 - 2015

LOUD AT LEAST ! – Dirty
Massacre Records/Musikvertrieb

Loud at Least bewiesen schon mit ihrem Debut „Painful Exploration“, welches Potential in ihnen steckt und dass sie jederzeit für eine Überraschung gut sind. Diese Tradition führen sie auf ihrem schlicht „Dirty“ betitelten Zweitling fort. Das Cover mit dem Hängebauchschwein mag erst verwirren, wird aber nach den Anfangsakkorden von „Kill the Dragon“ zur Nebensache. Spätestens nach „I Am“ wird klar, dass die Steirer sich verbessert haben und die dafür nötige musikalische Frische ausstrahlen. Ganz im Stil der CH-Rocker von Gotthard haben auch die Österreicher ein tadelloses Hard Rock-Album produziert, das mit 13 Titeln mehr als überzeugt. Rifflastiger Melodic Hard Rock vom Feinsten! Ob „Ride on Me“ oder „Fire and Ice“ – jeder Titel bringt eine gewisse Abwechslung mit sich. Sänger Gernot „Gernoo“ Schilcher kann mit seinem Gesang überzeugend den kompakten Songs die Krone aufsetzen. Der Titeltrack „Dirty“ ist ein wenig anders und bringt Elemente des Sleaze Rock mit ein. „Warm Rain“ und auch „Love at first Bite“ sind Halbballaden, die von Schilcher mit viel Emotion vorgetragen werden und Zeit zum Verschnaufen geben. Mit „Heaven is Calling“ betreten Loud At Least neues Terrain und zollen Bands wie Boston, Saga, Toto etc. Tribut. „Hell to Fuck“ ist im Anschluss wieder ein gradliniger Rocksong mit schnörkellosem Riff und mitreissendem Tempo. Melodisch anspruchsvoll und dennoch druckvoll geht es mit „The Island I Know“ im Anschluss wieder etwas ruhiger zu. Der Fokus liegt aber dermassen auf der Gitarre, dass der Titel richtig rockt. Der letzte Track „Up on Stage“ ist ein akustisches Stück, das durchaus „Feuerzeug-schwenk-Einlagen“ verträgt und dazu einlädt, den Kopf ein wenig zu verlüften. „Dirty“ beinhaltet nur gutes Material und zeigt keine Schwächen. Für manchen Metal-Fan mag die Platte zu soft ausgefallen sein und es hätten ein paar emotionale Einlagen weniger sein dürfen, aber die Qualität der Scheibe ist dadurch keineswegs gemindert. Der Fünfer versteht sein Handwerk und macht einen tadellosen Job. Loud At Least sind auf dem besten Weg, sich im Melodic Hard Rock-Genre endgültig zu etablieren. Ein kurzweiliges Album für alle, bei denen Metal nicht erst bei Metallica anfängt.

Oliver H.
Punkte: 9.0 von 10

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